Bohnenkraut im Schwedenbitter

Bohnenkraut im Schwedenbitter – (C) „Scisetti Alfio“ – fotolia.com

Liebe Kräuterfreunde,
mit dem Bohnenkraut stelle ich heute das 24. „Kraut“ des alkoholfreien Schwedenbitters vor.

Herkunft von Bohnenkraut

Das Bohnenkraut (Satureja) gehört zur Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Es gibt ca. 30 verschiedene Bohnenkräuter, deren Unterschied sich sowohl aus der Herkunft als auch aus dem Geschmack ergibt. Das bis zu 80 cm groß werdende Kraut mit seinen dunkelgrünen, schmalen Blättern stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und war auch auf dem südeuropäischen Festland zu finden. Durch Karl den Großen gelangte das Bohnenkraut im 8. Jahrhundert nach Deutschland. Mönche transportierten es für ihn über die Alpen, um es in ihren Klostergärten als Heilpflanze anzubauen. Mittlerweile hat das Bohnenkraut einen Stammplatz in vielen unserer Hausgärten.

Der botanische Name „Satureja“ leitet sich von dem lateinischen Wort „saturare“ ab, es bedeutet: sättigen. Weitere deutsche Namen für das Bohnenkraut sind: Aal-, Wein-, Pfefferkraut oder Josefle, Saturei und Kölle.

Als Gewürz wird das Bohnenkraut  aufgrund seiner scharfen Würze geschätzt und verfeinert Gerichte mit Hülsenfrüchten, Fisch, Lamm- oder Schweinegerichte mit seiner besonderen „Note“. In Kombination mit Basilikum, Oregano, Rosmarin und Thymian ist es Bestandteil der beliebten Gewürzmischung „Kräuter der Provence“.

Inhaltsstoffe des Bohnenkrauts

Die im Bohnenkraut enthaltenen Inhaltsstoffe Vitamin C und die Gerbstoffe unterstützen unseren Körper bei der Bekämpfung schädlicher Bakterien und schützen die Schleimhäute. Wichtige Eigenschaften für den Einsatz im alkoholfreien Schwedenbitter.

Carvacrol, welches in hoher Menge im Bohnenkraut vorhanden ist, wirkt entzündungshemmend und wird zur Behandlung von Gicht oder Rheuma eingesetzt. Dies kann ein Grund sein, warum Anwender mit rheumatischen Beschwerden von einer Schmerzlinderung durch die Einnahme des alkoholfreien Schwedenbitters berichten.

Außerdem werden die Eigenschaften von Bohnenkraut durch die Terpene unterstützt, sie sind Hauptbestandteil der in den Pflanzen produzierten ätherischen Öle. Im Bohnenkraut sorgen sie für u. a. für eine verdauungsfördernde und hormonstimulierende Wirkung.

Einsatz von Bohnenkraut

Bei vielen Magen-Darm-Beschwerden, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit, Durchfall, Blähungen, Brechreiz oder Magenkrämpfen kann Bohnenkraut ebenfalls zur Anwendung kommen. Die Gerbstoffe im Kraut verhindern Blähungen und stärken den gesamten Magen-Darm-Trakt. Bei Mahlzeiten mit Hülsenfrüchten wird häufig Bohnenkraut hinzugefügt, da es beim Verzehr die Blähungen, die durch die Hülsenfrüchte hervorgerufen werden, verhindern soll. Auch ein Tee aus Bohnenkraut kann Linderung verschaffen: Übergießen Sie 1 EL der Kräuter mit heißem Wasser, lassen Sie ihn etwas ziehen und trinken sie ihn schluckweise.

Bei Hautbeschwerden, wie unreiner Haut oder Hautentzündungen kann das Kraut verwendet werden. Als Badezusatz oder Bestandteil einer heilsamen Ölmassage können die Inhaltstoffe direkt in die Dermalschicht der Haut einwirken. Bei Insektenstichen soll es helfen, das Kraut gut zerdrückt direkt auf den Einstich zu legen.

Maria Treben verwendete neben dem reinen Bohnenkraut auch „die Bohne“ selbst erfolgreich zur Kräftigung von Herz und Kreislauf und unterstützend bei der Zuckerkrankheit.

Sie schreibt in ihrem Buch: Gesundheit aus der Apotheke Gottes: „Nachdem Herzinfarkte in den letzten Jahren stark zunehmen und anscheinend zu einer Volkskrankheit werden, weise ich auf eine Teemischung in, die bei Herz- und Kreislaufschwäche überraschende Erfolge aufweist“: 10 g Anserine, 10 g Arnika, 10 Bibernellwurzel, 10 g Blasentang, 10 g Bohnenschalen, 10 g Erdrauch, 10 g Fallbaumrinde, 10 g Gartenraute, 10 g Hauhechel, 10 g Herzgespann, 10 g Hirtentäschel, 10 g Hohzahn, 10 g irländisches Moos, 10 g Kalmuswurzel, 10 g Klette, 10 g Löwenzahn, 20 g Mate-Tee, 10 g Melisse, 10 g Mistel, 10 g Quecke, 10 g Schafgarbe, 10 g Vogelknöterich, 30 g Weißdorn, 10 g Zinnkraut.

All diese Kräuter sollen für den Tee gut vermischt werden. Für eine Tasse Tee wird ein gehäufter Teelöffel Kräuter verwendet, die 12 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht werden. Nach dieser Zeit wird der Kaltansatz erwärmt, abgeseiht und kann mit einem Teelöffel Honig gesüßt werden. Maria Treben empfahl je eine Tasse Tee schluckweise morgens und abends getrunken.

Dieser Beitrag kann, wie bei allen Informationen zu den Kräutern, nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Wissens um die Geschichte und den Einsatz der jeweiligen Pflanze sein. Beim Verfassen dieses Artikels über das Bohnenkrautes im Schwedenbitter ist mir wieder einmal sehr bewusst gepworden, wie vielseitig die Kräuter in diesem Schwedenbitter sind.

Über den Autor: Elke Braeunig Inhaberin von Naturprodukte Europa

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