Kastanien – Herbstfeeling verbindet Superfood und Gesundheit

Kastanien sammeln gehört einfach zum Herbst – meistens kommt man nach Hause und fragt sich, was um Himmels willen sollen wir mit den ganzen Kastanien machen? Wir haben in diesem Beitrag ein paar Vorschläge zur Verwertung dieser wertvollen Herbstfrüchte. In den allermeisten Fällen wird die nicht essbare „Rosskastanie“ gesammelt, die im Wald von den Wildtieren sehr geschätzt wird.

Rosskastanie – hilfreich und vielseitig:
Für Maria Treben war hauptsächlich die „Rosskastanie“ von Bedeutung.
Man sollte die leckeren Maronen auf keinen Fall mit der „Rosskastanie“ verwechseln.
Die seit Generationen als „Bastelobjekt“ benutzte und weit verbreitete Rosskastanie – wer kennt sie nicht, die Armeen von Kastanienmännchen – ist eine sehr vielseitige Herbstfrucht. Maria Treben hat die Rosskastanie sehr geschätzt und unter anderem zu Linderung von

  • Venenleiden
  • Neuralgien
  • Nervenentzündungen
  • Arthrose empfohlen.
Quelle: Pixabay

In ihrem Buch „Maria Treben Meine Heilpflanzen“ beschreibt Frau Treben die
Anwendungsarten und die Einsatzgebiete der nicht essbaren Rosskastanie – leicht verständlich und gut anwendbar. Nur sammeln muss man die stacheligen Früchte.
Für alle „Nichtsammler“ haben wir in unserm Shop „Rosskastanien-Gel“ vorrätig – eine Wohltat für die Beine.
Sogar die Rosskastanienblätter- und Blüten kommen zum Einsatz und gelten äußerlich angewandt als altes Hausmittel gegen Hautreizungen. Aber die Rosskastanie kann noch viel mehr:

Waschmittel selber machen – die Rosskastanie macht`s möglich:
Die Rosskastanie ist äußerst vielseitig – man kann sogar Waschmittel daraus herstellen, denn sie enthält besondere Pflanzenstoffe (Saponine), das sind waschaktive Naturtenside, die beim Kontakt mit Wasser schäumen. Sie machen das Wasser weich und können so Fette und Verschmutzungen entfernen. So geht Waschmittel aus der Natur!
Für 1 – 2 Waschgänge bei Temperaturen von 30 – 60 Grad benötigt man lediglich:

  • 8 -10 frische Kastanien
  • 1 Liter lauwarmes Wasser
  • 1 Schraubglas in der passenden Größe
Quelle: Pixabay

Und so geht`s:

  • Kastanien gut waschen
  • In einen Stoffbeutel geben (dann fliegt nicht so viel herum) und mit einem
  • Fleischklopfer oder Hammer in möglichst kleine Stücke zerkleinern. Je kleiner, je besser lösen sich die Saponine aus der Frucht.
  • Kastanienstücke in das Schraubglas geben und mit Wasser aufgießen, schütteln – es entsteht sofort der typischen Seifenschaum.‘
  • Einige Stunden (am besten 1 Tag) ziehen lassen und durch ein Sieb abgießen.
  • Vor dem Waschgang etwa die Hälfte direkt in die Waschtrommel geben.
  • Bei starker Verschmutzung und Flecken sollte man die Stellen mit z. b. Gallseife vorbehandeln.
  • Eine weitere Wasch-Variante, zerkleinerte Rosskastanien und Waschnüsse in einem Säckchen oder Socken direkt in die Waschmaschine zu geben, birgt das Risiko, dass das Säckchen aufgeht und sich der Inhalt in der Waschmaschine verteilt.

Wichtig: Das Rosskastanien-Waschmittel ist im Kühlschrank nur wenige Tage haltbar.

Wer über einen längeren Zeitraum alternativ und umweltfreundlich waschen möchte, der sollte sich einen Vorrat von zerkleinerten, an der Luft getrockneten Rosskastanien zulegen. In einem Stoffbeutel gelagert kann man sich so jederzeit sein Waschmittel selbst herstellen.

Auf schönen Duft bei der umweltfreundlichen Waschmethode muss man nicht verzichten. Einfach 15-20 Tropfen von naturreinen Ölen (Lavendel, Zirbe, Zitrone etc.) in 50 ml klaren Schnaps geben (kein Obstler, am besten Korn) und diese Mischung dann in das Weichspülfach geben. Duftet wunderbar!

Man kann auch Shampoo, Seifen und Tinkturen selbst herstellen – die Kastanie liefert dafür den perfekten Grundstoff.

Die seltenere Esskastanie, oder auch Edelkastanie ist die feine Schwester der Rosskastanie – ein nussiges, gesundes und sehr leckeres „Superfood“ der Herbstküche!

Die essbare Edelkastanie, meistens einfach Marone genannt, hat sich seit dem Mittelalter in ganz Europa verbreitet und wurde schnell zu einem Grundnahrungsmittel in vielen ländlichen Regionen. Heute findet man die Esskastanie von den Küsten Italiens in vielen Regionen Deutschlands, Frankreichs, Spaniens der Schweiz und Ungarn. Klimatische Bedingungen mit milden Wintern und warmen Sommern sind perfekt für die Entwicklung der leicht süßen und etwas mehligen Marone, die unsere Küche im Herbst bereichert und das „ Herbstfeeling“ auf den Teller bringt.

Die Erntezeit ist von September bis November. Auf den Märkten findet man die feinen „Esskastanien“ jetzt an vielen Ständen frisch zum Kauf und geröstet als köstlicher „Snack“. Frische Maronen haben eine wie geölt glänzende Haut und ein süßlich-nussiges Aroma – ein Duft, der schon beim (meist mühsamen) Schälen die Sinne verwöhnt.

Maronen sind viel mehr als nur lecker – sie sind auch gesund:

  • Energiequelle: Mit ihrem komplexen Kohlenhydratprofil liefern Maronen langanhaltende Energie, ideal für sportliche Aktivitäten und kalte Herbsttage.
  • Glutenfrei: Eine gute Alternative zu Getreide für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Außerdem sind Maronen basisch – gut gegen Übersäuerung.
  • Ballaststoffe: Unterstützen die Verdauung und fördern ein längeres Sättigungsgefühl.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Maronen enthalten Vitamin C, B-Vitamine (insbesondere B6 und Folat) sowie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen – alles in einer weniger fettigen, leichter verdaulichen Form verglichen mit manchen anderen Nussarten.

Wichtig für Kalorienbewusste: Im Vergleich zu anderen Nüssen haben Maronen tendenziell weniger Fett, was sie zu einer kalorienbewussteren Wahl macht – 100g frische Maronen haben nur ca. 177 kcal!

Die Verwendung ist ungleich vielfältig und herrlich aromatisch im Ergebnis:

  • Gekocht oder gedämpft: Die klassische Zubereitung ist das Kochen oder Dämpfen der ungeschälten Kastanien. Nach dem Garen lässt sich die Haut leicht ablösen, das Fruchtfleisch zu süßem oder pikantem Brotaufstrich verarbeiten oder als Beilage servieren.
  • Gebacken: Geröstete Maronen haben ein wunderbares, röstartiges Aroma. Einfach die Schale kreuzweise einschneiden, auf ein Backblech legen und bei ca. 200 °C rösten, bis sie weich sind. Danach die Haut abziehen und lauwarm genießen.
  • Pürees und Suppen: Maronenpüree eignet sich hervorragend als Basis für Suppen, Risottos oder als Füllung für Gemüsegerichte. Auch als cremige Beigabe zu Kürbis- oder Kartoffelgerichten ist es eine gute Wahl.
  • Süße Küche: Maronenpüree dient als feine Grundlage für Desserts, Pancakes oder Cremespeisen. In der Weihnachtszeit findet man klassische Maronenkuchen, Mont-Blanc-Desserts oder Schokoladen-Maronentorte.
  • Mehl-Alternative: Getrocknete Maronen lassen sich mahlen und als glutenfreies Mehl verwenden, ideal für Backwaren wie Kuchen, Pfannkuchen oder Kekse.
  • Brotaufstriche: Mit Honig, Zimt oder Vanille verfeinert, entstehen cremige Maronenaufstriche, die sich gut auf Brot oder in Joghurt integrieren lassen.

Tipps für Einkauf und Lagerung

  • Frische wählen: Achten Sie auf glatte, glänzende Haut ohne Flecken. Frische Maronen riechen angenehm süß.
  • Lagerung: Im Trocken- und Kühlschrank halten sich frische Maronen einige Wochen. Alternativ sind getrocknete Maronen länger lagerfähig; diese behalten ihr Aroma durch eine luftdichte Aufbewahrung.
  • Haltbarkeit: Wenn Sie Maronen länger gelagert haben, kann man am Geruch und der Textur gut erkennen, ob sie noch verwendbar sind.Fazit: Maronen beschenken uns mit großartiger Herbststimmung und unglaublich kulinarischer Vielfalt.

Mein absoluter Top-Favorit der essbaren Edelkastanie ist die Maronensuppe – hier ein Rezept aus der steirischen Küche:

Für die Suppe – Zutaten:

  • 500 g vorgekochte Maronen (Esskastanien) – oder frisch, die muss man dann relativ mühsam, mit viel Arbeit von der Schale befreien. Schmeckt allerdings auch besser
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 Karotte, gewürfelt
  • 1 Stange Sellerie, gewürfelt
  • 750 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne
  • 2 EL Butter
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Ein Spritzer Weißwein (optional – nehme ich immer)

Zum Garnieren (optional):

  • Einige geröstete Maronenstücke
  • Frischer Thymian oder Petersilie
  • Etwas Sahne
  • Croutons
  • Gebratene, sehr klein geschnittene Schinken-Speckwürfel
  • Frische Steinpilze in den gebratenen Speckwürfeln kross gebraten – der Hit!

So geht`s

  • In einem großen Topf die Butter schmelzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten.
  • Knoblauch, Karotte und Sellerie hinzufügen und weiterdünsten, bis alles weich ist.
  • Die vorgekochten Maronen hinzufügen und kurz mit dünsten.
  • Mit einem Spritzer Weißwein ablöschen (optional) und kurz einköcheln lassen.
  • Die Brühe hinzugießen und zum Kochen bringen. Anschließend auf mittlerer Hitze ca. 20-25 Minuten köcheln lassen.
  • Die Suppe vom Herd nehmen und mit einem Stabmixer pürieren, bis sie eine cremige Konsistenz hat.
  • Sahne hinzufügen und gut umrühren. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss abschmecken.
  • Die Maronensuppe heiß in Schüsseln servieren und nach Wunsch garnieren. Ich nehme gern die gebratenen Speckwürfel mit Steinpilzen und frische Kräuter – guten Appetit!

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