Schlehenfrüchte – gelten seit Urzeiten bis heute als Schutz für’s Immunsystem

Die sonnigen Novembertage laden ein die Natur zu genießen. Dabei habe ich im Wald jede Menge Schwarzdornbüsche (Schlehen) entdeckt und sofort einen kleinen Beutel voll mitgenommen. Die Schlehen haben mich an meine Kindheit erinnert, in der nach den ersten Frostnächten Schlehen gepflückt wurden, damit für Weihnachten – und nicht nur dafür 🙂 – ausreichend Schlehenlikör vorhanden war. Der war etwas Besonderes, wurde verschenkt, ab und zu auch 1 – 2 Gläschen nach einem langen Arbeitstag oder am Sonntagnachmittag genossen.

Aber die Schlehe hat nicht nur Genuss zu bieten, sie ist auch eine heilkräftige Pflanze. Sowohl Maria Treben, als auch Hildegard von Bingen wussten die Heilkraft zu schätzen. In der „Physica“ von Hildegard v. Bingen kann man folgendes nachlesen:
„…die Frucht des Schlehdorns, nämlich Schlehen, süße mit Honig und iss sie oft auf diese Weise, dann wird die Gicht in Dir weichen. Aber wer im Magen schwach ist, der brate Schlehen….. – oder er koche sie in Wasser und esse sie oft, dies führt den Unmut und den Schleim vom Magen ab. Und wenn er ihre Kerne mit isst, wird es ihm nicht schaden.“

Schlehenbusch

Schlehenfrüchte werden nach den ersten Frösten geerntet, weil der Frost die Gerbstoffe in der Frucht abschwächt und sie dann deutlich besser schmeckt und verträglicher ist. Wenn der Frost auf sich warten lässt, kann man die Früchte auch sehr gut „überlisten“ und die Tiefkühltruhe legen. Dazu sollten die Früchte allerdings tiefblau und damit ausgereift sein.

Schlehenfrüchte enthalten Frucht- und Gerbsäuren, Mineralien, beachtliche Mengen Vitamin B1 und sogar 10 g Vitamin C pro 100 g. Das Schlehen gut konservier- und einsatzbar sind, nutzen die Menschen schon seit Urzeiten, sogar „Ötzi“ hatte in seinem Proviant Schlehenfrüchte. Bei Ausgrabungen von Pfahlbauten fand man große Mengen von Schlehenkernen, was darauf hindeutet, dass die Bewohner die Schlehe als Nahrungs- und Vitaminvorrat für den Winter genutzt haben könnten.

Aber nicht erst im Spätherbst, sondern auch im Frühjahr ist die Schlehe ein Genuss. Ein Tee aus den frischen Blüten (März bis April, am besten an einem sonnigen Tag pflücken) schmeckt köstlich und soll „blutreinigende“ Eigenschaften haben. Der Tee reinigt, stärkt den Magen und regt zusätzlich die Entschlackung über Niere und Darm an. Sebastian Kneipp hat dazu geschrieben: „Schlehenblüten sind das harmloseste Abführmittel, das es gibt…“

Anwendungsmöglichkeiten von Schlehenfrüchten:

Tee – tut dem Immunsystem gut, wirkt entschlackend und blutreinigend
Er sollte nicht heißer als mit 60 – 70 Grad Celsius aufgegossen werden, damit die Inhaltsstoffe
der Blüten erhalten bleiben. Man braucht die Blüten nicht abzugießen und sollte immer einen
Deckel auf dem Tee haben, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verflüchtigen.

Schlehenblütenelixier – für mehr Energie. 2 große Hände voll in ein ausreichend großes
Gefäß geben, 2 Essl. eines flüssigen, milden Honigs dazu geben und mit 750 ml trockenem
Weißwein aufgießen. Täglich vorsichtig umschütteln und sobald sich der Honig komplett
aufgelöst hat, durch einen Kaffefilter oder ein Baumwolltuch abgießen. Täglich 2 cl davon
trinken, das soll neue Kräfte verleihen. Dieses Elixier werde ich definitiv im kommenden
Frühjahr ausprobieren und als Ergänzung zum Schwedenbitter täglich trinken.

Schlehenblüten-Öl – die Inhaltsstoffe der Schlehe wirken straffend, und regen den Hautstoffwechsel
an. Im Frühjahr – wenn man einmal dabei ist – gleich etwas mehr Blüten ernten und in ein
ausreichend großes Gefäß geben, die Blüten kann man leicht andrücken, mit kaltgepresstem
Bio-Oliven- oder einem guten Mandelöl aufgießen bis alle Blüten bedeckt sind.
Ich nehme für all diese Ansätze, auch perfekt für den Schwedenkräuter-Ansatz geeignet,
eine braune 2-Liter Glasflasche mit großem Flaschenhals – erleichtert das Einfüllen ganz
ganz erheblich und sieht auch noch gut aus.
3 Wochen an einem hellen Platz stehen lassen, regelmäßig schütteln und anschließend
in einem Kaffeefilter oder einem Baumwolltuch abseihen. Für die bessere Haltbarkeit
kann man in den Ansatz auch noch den Inhalt von 1 oder 2 Vitamin E-Kapseln geben.
Vitamin E hat zusätzlich hautpflegende Eigenschaften und wird in vielen Kosmetikprodukten
eingesetzt.

Schlehenlikör – wärmt die Seele :-). Ausgereifte Schlehen nach den ersten Frösten ernten. 200 g
Schlehenfrüchte etwas zerstampfen, in eine ausreichend große Flasche geben, 120 g
weißen Kandis (viele Rezepte sind mit deutlich mehr Kandis, wir mögen es allerdings nicht so
süß) darauf geben und mit 700 ml Korn übergießen. Funktioniert bestimmt auch mit anderen
„weißen“ Schnäpsen. 6 Wochen an einem kühlen und dunklen Ort stehen lassen und dann
wieder durch einen Kaffeefilter oder ein Baumwolltuch filtrieren. Köstlich!

Man kann auch Schlehensaft, Schlehengelee und Mundspülungen (aus getrockneten Früchten) herstellen.
Maria Treben schrieb: „…gegen jede Krankheit hat der Herrgott uns ein Kraut geschenkt“ – aber auch die Früchte sind sehr oft ein Geschenk des Himmels.
Die Schlehe bringt mit viel Genuss den Körper in Schwung. Probieren Sie es doch einfach einmal aus.

Bezugsquellen:
Flasche für Schwedenbitter Ansatzmischung bei Maria Treben Schwedenbitter

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